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Bulletstorm

Titel Bulletstorm

Das Entwicklerstudio „People Can Fly“ dürfte den meisten bekannt sein durch den 2004 erschienenen Ego-Shooter „Painkiller“.
2007 wurde das Studio von Epic Games aufgekauft und integriert.

Mir persönlich hat Painkiller damals enorm viel Spaß gemacht und von Bulletstorm erhoffte ich mir das Gleiche.
Einfach mal wieder ein Shooter in dem man auch wirklich so gut wie nichts anderes machen muss.. ob das auch so stimmt?
Ich musste es wissen und habe in einem günstigen Moment zugeschlagen.

Mein Bericht basiert auf der UK PC-Version, auf höchsten Einstellungen und nur auf dem Singleplayer-Modus.

Story und Spielewelt Story und Spielewelt

Von großer Story mit viel durchdachtem Hintergrund kann man hier kaum reden. Sie ist OK aber weit weg von einer Story die man wirklich richtig würdigen oder von der man viel erzählen möchte:

Man spielt Grayson Hunt, im Spielverlauf Gray genannt, einst Angehöriger der Eliteeinheit „Dead Echo“. Nachdem Gray und seine Truppe bei einem Einsatz herausfinden, dass sie immer nur unschuldige Zivilisten und Journalisten getötet haben – alles im Auftrag von General Sarrano – beschließen sie sich an ihm zu rächen, stehlen erstmal ein Konföderationsschiff und müssen sich von nun an als Raumpiraten durchschlagen und plündern.
Als sie auf ihren Reisen das Raumschiff des Generals wiederfinden, beschließt Gray kurzerhand das Schiff zu rammen und zum Absturz zu bringen… Leider aber genau über dem Planeten Stygia…

Als Gray nach dem Absturz wieder zu sich kommt findet er sich, zusammen mit seinem Partner Ishi und Rell mitsamt ihrem Schiff auf der Oberfläche von Stygia wieder.
Der Planet wird von einem Haufen Irrer, haushohen Monstern, fleischfressenden Pflanzen, Mutanten und diversem anderen Zeug bewohnt, durch das man sich nun einen Weg bahnen muss – Denn auch Sarrano ist irgendwo hier auf dem Planeten…
Kommen alle lebend vom Planeten runter? Muss Sarrano dran glauben? Was erwartet einen auf Stygia und wer ist eigentlich Trishka?

You’ve just crash landed onto the most violent Resort Planet in the Universe – And this is the good News…

Gameplay Gameplay

Durch besondere Aktionen bei der Tötung von Gegnern, sogenannten Skillshots (Aufspießen, in eine Schlucht werfen etc.) gibt es Punkte, je ausgefallener der Tod, desto mehr Punkte bekommt man. Führt man einen Skillshot zum ersten Mal durch, so gibt es Extrapunkte.
Diese Punkte können an vielen Stellen im Spiel, den Dropkits, benutzt werden um neue Munition zu kaufen oder Waffenupgrades zu erwerben.
Welche Skillshots verfügbar sind bzw. schon gemacht wurden, kann in der Skillshot-Database, ebenfalls über die Dropkits zu finden, eingesehen werden.
Im Verlauf des Spieles bekommt man es mit immer stärkeren Gegnern zu tun, einige bedürfen einer bestimmten Taktik um sie besiegen zu können, hat man zu einem solchen Zeitpunkt eine bestimmte Munition nicht dabei, könnte das Ganze unnötig schwierig werden. Daher nicht mit den Punkten geizen!

Acht verschiedene Waffentypen und eine Art Elektropeitsche helfen beim Sammeln der Punkte und der Vernichtung der Gegner. Beinahe jede Waffe besitzt einen zweiten Modus mit dem man ordentlich Krach und Schaden machen kann, dieser muss allerdings erst durch Punkte freigespielt werden.
Die Peitsche verhilft im zweiten Modus zum Beispiel für Ruhe wenn man einer zu großen Horde von Mutanten begegnet.
Mit dem Scharfschützengewehr werden Gegner auf weite Entfernung ausgeschaltet, lustig hierbei ist, dass man nach dem Abschuss die Kontrolle über das Projektil übernimmt und es genau dorthin lenken kann wo man es hinhaben möchte – Stichwort: Arschtritt !

Das Interface im Spiel ist schlicht gehalten und sehr übersichtlich. Ständig angezeigt wird eigentlich nur der Waffentyp den man gerade in der Hand hält mitsamt Munitionsstand und die erwirtschafteten Punkte. Zusätzlich erscheinen bei Bedarf Aktionshinweise und natürlich die Skillshots, so hat man immer alles direkt im Blick.

Die Gegner-KI ist sehr beschränkt. Im Prinzip rennen sie meistens stumpf auf den Spieler zu und versuchen ihn zu treffen. Aber wenn sie treffen – dann gut. Manchmal bleiben sie hinter Kisten und verstecken sich auch dahinter, luken nur um die Ecke an einem Haus, die dicken schwer gepanzert und bewaffneten Viecher bleiben sogar einfach mitten im Raum stehen und ballern um sich. Bei letzteren ist es aber auch eigentlich egal, da man auf bestimmte Weise vorgehen muss.
Später gibt es aber durchaus ernstzunehmende Gegner die beinahe mit einem Schuß töten können.

Gray wird im Verlauf des Spiels von seinem Partner Ishi und/oder der Soldatin Trishka begleitet, sagen wir die beiden versuchen ihm zu helfen und tun was ihre Möglichkeiten hergeben. Immerhin muss man nicht auf sie aufpassen und sie halten erstaunlich viele Treffer aus, die Fähigkeit hätte man manchmal auch selbst gern.

Es ist unmöglich sich in Bulletstorm zu verlaufen oder Wege nicht zu finden, da man quasi das ganze Spiel lang durch einen irgendwann endenden Tunnel läuft in dem alle Nase lang Hürden aufgestellt wurden, gespickt mit Script- und kleinen Quicktimeevents.
Diese Events sind teilweise sogar recht beeindruckend gemacht, die Mission „Last Train From Explosion Town“ recht gleich zu Beginn gehört dazu.

Neben dem normalen Singleplayermodus gibt es noch den „Echoes“-Modus. Man durchläuft Szenarien aus dem Singleplayer und muss einfach nur Gegner töten und dabei Punkte machen und nach Möglichkeit Highscores knacken. Nachdem man ein Szenario geschafft hat, schalten sich neue frei.

Technik Technik

Grafisch sehr schön anzusehen, schöne Panoramen, detailreiche Figuren, Gegner und Umgebung.
Man merkt jedoch hier und da, dass das Spiel auf der guten alten U3-Engine beruht und auch so ausgelegt ist, dass es auch noch auf schwächeren Rechnern einigermaßen gut läuft.
Die Gesichtsanimationen sind sehr gut gelungen, die Lippensynchronität der Charaktere zur Sprachausgabe passt eigentlich genau, was Mimik angeht hat man schon besseres gesehen. Es handelt sich hier aber nicht um ein Charakterspiel, sondern einen stumpfen Shooter, da sei das verziehen. Die Stimmen sind gut gewählt und passen zu ihren Charakteren.

Die Steuerung ist schnell zu erlernen da es sich um die Standard WASD-Shooter-Steuerung handelt mit ein paar Extratasten die zusätzlich noch belegt sind.
Alle Stellen an denen man etwas besonderes machen muss sind im Spiel markiert und die nötige Taste für die jeweilige Aktion wird angezeigt, ab und zu werden auch nur die Mausbuttons gebraucht.

Etwas störend bei der PC-Version ist die zwingende Windows Live-Verbindung. Ohne die geht garnichts, man sieht nichtmal das Hauptmenü des Spieles, sondern nur eine kleine Einspielschleife mit Blick auf Gray, Ishi und einen Teil des Planeten.

Mehrspielermodus Mehrspielermodus

Ein Multiplayermodus ist vorhanden, ich selbst habe ihn aber bisher nicht gespielt, dennoch stelle ich den Modus (sehr) kurz vor:

Anarchy:
Ziel ist es möglichst viele Gegnerwellen zu überstehen und dabei möglichst viele Punkte mitzunehmen. Dies kann entweder im Team oder allein geschehen, wobei im Team, durch Team-Skillshots, mehr Punkte gemacht werden, bis zu vier Spieler können in einer solchen Runde mitspielen.
Bis zu 20 Wellen müssen überstanden werden, zwischendurch kann man durch die erworbenen Punkte den Charakter oder die Waffen erweitern und somit verstärken.

Eine andere „Belohnung“, neben den Punkten, ist in diesem Modus die „Blood Symphony“, es handelt sich hier mehr um eine Spielerei. Durch Tötung füllt sich eine Leiste, wird diese im Verlauf ausgelöst so spritzt das Blut nur noch so um sich und hagelt zusätzliche Punkte.

Außerdem gibt es die Team Challenge bei der man Gegner auf eine bestimmte Weise töten muss, schafft man dies, so ist die Challenge bestanden und gibt es Punkte – wenn nicht, kommt ein neuer Gegner und eine neue Aufgabe.

Fazit Fazit

Ansich macht Bulletstorm recht viel Spaß, die recht kurze Spielzeit und der doch zu lineare Ablauf stören. Man möchte gerne mal abseits des Geschehens Ecken entdecken oder andere alternative Wege gehen können, lediglich in den Hinterraum eines Hauses gelangt man „frei“ – aber auch nur wenn dort eine Flasche oder eine Munitionskiste versteckt ist. Mehr Freiheiten sind definitiv ein Thema für eine Fortsetzung.
Man erkennt leider zu oft genau die Punkte an denen man im nächsten Moment von Gegnern überrannt wird, da der Spielablauf von Scriptevents dominiert wird. Oft wirken diese Situationen unübersichtlich und öfter kommen Gegner auch mal ungesehen bis zur Spielfigur vor, sowas wie Schrecksekunden gibt es garnicht – natürlich ist das hier kein FEAR oder Doom. Jedoch würde das schon etwas mehr Abwechslung reinbringen.
Dazu kommt noch, dass die KI der beiden Mitläufer teilweise furchtbar schlecht ist. So stellt sich mindestens einer der beiden regelmäßig in den Weg und man kommt dann nicht an ihnen vorbei oder sie stellen sich vor den Lauf, man sieht oder triffft nichts, dann muss erst die Position gewechselt werden, was hier und da mal heikel werden kann.

Trotz allem ist aber auch sehr viel sehr gut gelungen. Die Godzilla-Einlage zum Beispiel hat mir sehr viel Spaß gemacht. Außerdem sind die vielen Anspielungen und Gags immer für einen Schmunzler gut.
Übrigens wird in diesem Spiel nicht mit Schimpfworten und Beschimpfungen gegeizt, manche Dialoge bestehen aus fast nichts anderem.

Ich könnte mir nicht vorstellen dieses Spiel in der deutschen Version spielen zu wollen, da mich die Abstriche zu sehr stören würden. Die Gewaltdarstellung ist zwar recht krass – allerdings gehört das einfach zum Charakter und Sinn des Spiels und somit einfach dazu.
Daher würde ich jedem Interessenten raten zur Importversion zu greifen um auch komplett in den Genuß des Spieles zu kommen.

Schlußendlich möchte ich meine Empfehlung für diesen Titel aussprechen, wenn auch mit einigen Abzügen.

+ Sinnloser experimentierfreudiger Ballerspaß
+ Ganz nett anzusehen
+ Abwechslungsreiches Waffenarsenal
+ Einigermaßen faire Checkpoints

- Mäßige Story
- Zu linear
- Dumme Gegner/Partner-KI
- Windows Live
- Fehlende freie Speicherfunktion

Wertung: 7.5

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