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Virtua Tennis 4

Titel Virtua Tennis 4

Dieser Test basiert auf der deutschen PS3-Version des Spiels. Vielen von euch kommt die Serie bestimmt bekannt vor. In japanischen Arcades fing 1999 alles an. 2000 wurde Segas glückloser Dreamcast mit einer Umsetzung des ersten Teils bedacht. Das Spiel bestach schon damals durch seine sehr gute Spielbarkeit und hervorragende Grafik und setzte neue Maßstäbe im Bereich der Tennis-Spiele. Mit der Zeit kristallisierte sich mit Top Spin dann auch noch ein ernstzunehmender Konkurrent heraus, auf den ich aber nicht weiter eingehen werde, da ich es nicht gespielt habe und es hier ja um Virtua Tennis 4 gehen soll. Ob der neueste Ableger der Filzballschlacht wieder so großartig ist verrät euch dieser Test!

Story und Spielewelt Story und Spielewelt

Dass es bei einem Tennisspiel keine große Story gibt dürfte jedem klar sein. Das Herz des Spiels bildet der World Tour Modus, auf den ich mal etwas näher eingehe. Hier führt man seinen selbst erstellten Spieler zum Star. Dabei läuft es so ab, dass man in 4 Seasons jeweils auf einer Karte unterwegs ist ähnlich wie in einem Brettspiel und die einzelnen Kontinente bereist.

Mit zufällig ausgeteilten Punktekarten kann man dann die angegebene Anzahl Schritte gehen und auf dem Weg zum großen Grand Slam Turnier an vielen kleineren Wettbewerben und Partyspielen teilnehmen, um seine Werte in den Bereichen wie Ausdauer zu erhöhen oder seine Schlagfähigkeiten zu verbessern. Zwischendurch kann man auch die ein oder andere Herausforderung annehmen von einem anderen Spieler und diesen, falls man ihn besiegt, als Partner in Doppel Spielen an seine Seite stellen.

Mit der Zeit gewinnt man für gute Leistungen Sterne, die praktisch als Indikator für Ranglistenpunkte stehen. Am Ende wird dann abgerechnet und die Platzierung ermittelt. Bis man die World Tour durch hat vergeht nicht viel Zeit, aber Sega hat es gut hinbekommen und sorgt für ordentlich Abwechslung.

Weitere Spielmodi sind der obligatorische Arcade-Modus, ein Party-Modus, in dem man Minispiele erledigen muss wie z.B. Teller zerstören, sich Bomben zuspielen, die möglichst auf der Gegenseite explodieren müssen oder Eier einsammeln und zur Henne bringen, während man von einer Ballmaschine beschossen wird. Desweiteren gibt es den Showmatch-Modus, in der man kürzere Spiele machen kann, den Online-Modus und den Modus Motion Play speziell für PlayStation Move. Auf letzteren gehe ich im Detail ein.

Gameplay Gameplay

Virtua Tennis 4 versteht sich, gemäß seinen Wurzeln, voll und ganz als Arcade-Tennis. Genau so spielt es sich auch. Auf Knopfdruck wird der Schläger geschwungen. Wo der Ball hingeht und vor allem ob man nun einen Slice, Lob oder Volley spielt entscheidet eure Stellung zum Ball. Mit dem linken Analogstick kann man noch die gewünschte Richtung vorgeben. Einfacher gehts echt nicht mehr. Da manche Gegner aber teilweise ganz schön was drauf haben muss man teilweise nach allen Regeln der Kunst spielen. Einfaches draufholzen führt selten zum Erfolg.

Ganz anders, so könnte man denken, läuft es mit PlayStation Move. Leider wird die Bewegungssteuerung aber nur sehr stiefmütterlich behandelt. Es gibt wie oben schon erwähnt einen Modus namens Motion Play. In Nullkommanix hat man die Kalibrierung abgeschlossen und los gehts. Aber leider nur in kurzen Showmatches und in Partyspielen. Turniere damit spielen? Fehlanzeige! Wieso Sega diese Steuerung nicht überall erlaubt hat wissen wohl nur sie selbst.

Zumal es nicht besonders anspruchsvoll gemacht wurde. Der Spieler bewegt sich von ganz allein. Man muss nur zusehen, dass man den Ball zurück schlägt. Mit etwas mehr Mühe wäre hier richtig viel möglich gewesen. Aber wie der Ball fliegt bestimmt halt auch hier allein die Position des Spielers. Nur die Richtung lässt sich einigermaßen frei bestimmen. Schade. Die ständig wechselnde Kameraperspektive zwischen 1st und 3rd Person macht es dann auch nicht angenehmer, sondern verwirrt eher noch.

Nichtsdestotrotz muss man sagen, dass sich das Spiel einwandfrei spielen lässt. Die Steuerung mit dem Pad als auch mit Move funktioniert gut und ohne Verzögerungen und lässt spannende, dynamische Matches zu.

Technik Technik

Grafisch gehört Virtua Tennis 4 ganz eindeutig zu der Spitze der Sportspiele. Die Spielermodelle sehen ihren realen Vorbildern sehr ähnlich. Jedes Detail wie ne Falte im Poloshirt, Sehnen und Schweißperlen sind zu erkennen. Auf den Plätzen ist immer was los. Spielt man ein Turnier wird man von der Zuschauermenge beobachtet während man in Übungsmatches z.B. vor der Kulisse eines Fachwerkhauses spielt. Macht man eine sehenswerte Aktion geht ein Raunen durchs Publikum und natürlich das typische stöhnen, wenn der Ball schwer zu erreichen war, ist natürlich enthalten und variiert von Spieler/in zu Spieler/in. Die Musik während der Matches ist passend und stört nicht.

Mehrspielermodus Mehrspielermodus

Im Multiplayer-Modus entfaltet das Spiel genretypisch seine volle Stärke. Dabei sind sämtliche Konstellationen für bis zu 4 Spieler denkbar von 1 vs. 1 oder 2 vs. CPU bis hin logischerweise zu 2 vs. 2. Spannende Matches sind da garantiert. Online haben sich die Entwickler nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Nicht genug, dass es teilweise sehr lange dauern kann, bis man auf einen Gegner trifft. Nein, man wird so lange in den Arcade-Modus geworfen bis der Herausforderer eintrifft.

An sich keine schlechte Idee. Besser als in einer tristen Lobby rumzuhängen. Das ganze hat nur den Haken, dass der Arcade-Modus sofort abgebrochen wird, sobald ein Spieler gefunden wird. Egal ob man gerade gut dabei war, die nötigen Punkte für eine Trophäe zu sammeln oder sogar auf einen der selten und zufällig auftauchenden Spezialspieler getroffen ist. Weg ist man. Die paar Online-Matches, die sich bei mir ergeben haben, liefen allerdings allesamt flüssig über die Bühne und haben Spaß gemacht. Mit Siegen steigt man dann wie gewohnt die Rangliste auf.

Fazit Fazit

Abschließend bleibt zu sagen, dass Sega mit Virtua Tennis 4 einen guten Job gemacht hat. Wer Tennis etwas abgewinnen kann sollte sich das mal näher anschauen. Meiner Meinung nach hat das Spiel die Silbermedaille noch knapp verdient. Noch kurz Pro und Contra im Überblick:

+ Sehr gut spielbar dank direkter Steuerung
+ Tolle Grafik
+ World Tour ist abwechslungsreich und macht Spaß
+ Originelle und spaßige Partyspiele
+ Macht zusammen mit Freunden noch mehr Spaß

- PlayStation Move leider nicht überall nutzbar
- Wenig Möglichkeiten, die Schläge genau zu beeinflussen
- Wirre Kamerafahrten wenn man mit Move spielt
- Teils lange Wartezeiten im Online-Modus
- Spiel im Arcade-Modus bricht bei eintreffen des Gegners abrupt ab

Wertung: 8

Testomat Erstellt über unseren Testomat von Das_Fred.